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Zwiebeln sind zum Heulen

Das stimmt tatsächlich, nur liegt die Ursache hierfür häufig nicht bei den hoffentlich reichlich vorhandenen ätherischen Ölen, die so eine Frucht ausdünstet, sondern in der Art und Weise, wie derselben bisweilen zu Leibe gerückt wird.

Bevor es nun in den Rezeptteil geht, liegt es mir daher am Herzen, noch ein paar Anmerkungen zu einem täglich wiederkehrenden Arbeitsgang zu machen, nämlich der Zerkleinerung von Zwiebeln, aber auch von zahlreichen anderen Gemüsearten, bei denen man sich der gleichen Grundtechnik bedient. Ich beobachte immer wieder gestandene Hausfrauen, deren Umgang mit ihrem ausgeleierten Küchenmesser in solchen Momenten mir den Angstschweiß auf die Stirn treibt.

Zunächst:

Geschnitten wird auf dem Schneidebrett, und nicht in der Luft, mit dem Daumen als Widerlager! Natürlich kann man nun irgendwie mit einem großen Messer auf der Zwiebel herumhacken, oder so etwas unsinniges wie ein zweischneidiges "Wiegemesser" zum Einsatz bringen. Das Ergebnis werden Stückchen sein, die zwar ungleichmäßig geschnitten, dafür aber gleichmäßig auf dem Küchenboden verteilt sind.

Dabei ist es furchtbar einfach, eine Zwiebel in kurzer Zeit in feinste Stückchen zu zerlegen. Die dabei verwendete Technik lässt sich, wie gesagt, auch auf die meisten anderen Gemüsearten übertragen:

Zunächst wird der Patient in Längsrichtung halbiert, der Schnitt geht also mitten durch die Stelle, an der einmal die Wurzel oder der Stängel war. So eine Hälfte bleibt im Gegensatz zum Ausgangsprodukt freiwillig stabil liegen. Nun wird diese Hälfte mit einem dünnen Küchen- oder Officemesser wieder in Längsrichtung in Scheiben geschnitten. Leichter Druck mit Daumen und Zeigefinger in Querrichtung hält dabei das Ganze in seiner ursprünglichen Form, man schneidet also in diesem Fall ausnahmsweise zwischen seinem Daumen und seinem Zeigefinger durch, also erhöhte Vorsicht!

Dem so entstandenen Zwischenprodukt sollte man im Idealfall auf den ersten Blick noch gar nicht ansehen, dass es bereits seines inneren Zusammenhalts beraubt ist.

Erst jetzt wird in Querrichtung geschnitten. Dafür ist ein Küchenmesser zu klein! Also Office - Messer oder Kochmesser benutzen. Beim Schneiden wird das Opfer mit der zweiten Hand in Form gehalten. Dabei bilden die Fingernägel zumindest von Zeige- und Mittelfinger eine Kante, an der entlang das Messer ins Schneidgut eintaucht. Logischerweise müssen die Finger der haltenden Hand sich also während des Schneidens langsam nach hinten bewegen. Die Geschwindigkeit, mit der sie das tun, bestimmt den Grad der Feinheit des fertigen Produkts.

Mit etwas Übung macht so gar diese, wohl meistgehasste Küchen - Verrichtung Spaß, ehrlich!


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