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Der Einkaufszettel

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Es gibt Posten in unserer Verbotsliste, die sich sehr einfach ersetzen lassen, indem man zu einem anderen, unbedenklichen und in Geschmack und Anwendung vergleichbaren Produkt greift.

Zu anderen Produkten gibt es entweder keinen, oder keinen geschmacklich zufriedenstellenden "Ersatzstoff". In diesen Fällen ist Phantasie und Selbstmachen angesagt.

Zu guter Letzt enthält die Liste auch Posten, die es nicht wert sind, ersetzt zu werden. Ich denke beispielsweise an Geschmacksverstärker, Gewürzmischungen, Saucen - Bindemittel und ähnlich überflüssige Errungenschaften, die ohnehin in einer einigermaßen ambitioniert betriebenen Küche nichts verloren haben.

Als Quintessenz ergibt sich eine Liste von Grundnahrungsmitteln, die ständig vorhanden sein sollten und mit denen sich die meisten Standardaufgaben bewältigen lassen:

Mit dem Salz ist es sehr einfach. Völlig unbehandeltes und nicht mit Rieselhilfen versehenes Meersalz gibt es in jedem Bioladen. Man hat die Wahl zwischen grobkörnigem für die Mühle und feingemahlenem für die direkte Anwendung. Nachteil ist die geringe Rieselfähigkeit und die Neigung zu verkleben. Das Salz ist dadurch etwas schwieriger zu dosieren.

Raffinierter Industriezucker kann problemlos durch Fruchtzucker ersetzt werden. Diesen bekommt man nach meiner Erfahrung eher in gut sortierten Supermärkten als in Bioläden, immer in Reformhäusern. Ob es mit unbehandeltem braunen Rohrzucker Probleme gibt, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Ich verwende ihn vorsichtshalber nicht. Zum Süßen gut geeignet sind neben dem Fruchtzucker auch Honig und Agavendicksaft. Süßstoffe werden bisweilen als mögliche Ersatzstoffe für Zucker genannt. Mir sind sie nicht geheuer.

Vollfette Sahne und Yoghurt können in allen Fällen eingesetzt werden, in denen bislang Milch und Milchprodukte Verwendung gefunden haben. Unbehandelte Produkte gibt es in Supermärkten wie in Bioläden. Zumeist sind sie in Mehrwegflaschen oder -Gläsern a 500 ml abgefüllt.

Sauerrahmbutter unterscheidet sich in Geschmack, Anwendung und Preis nicht nennenswert von "normaler" Butter und ist teilweise in Supermärkten, immer in Bioläden erhältlich.

Bei den Gewürzen gibt es keine Probleme, solange man sie so verwendet, wie sie als Einzelprodukt vorkommen, also nicht in Form irgendwelcher Gewürzmischungen undefinierbaren Inhalts. Pfeffer (besser schwarz als weiß), Muskat, Curry (Vorsicht, das ist auch eine Gewürzmischung, also auf die Zutaten achten!), Safran, Ingwer, Curcuma, Nelken und natürlich Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie, Liebstöckel, Salbei, Thymian, Rosmarin, Basilikum etc. sowie Loorberblätter sind unbedenklich und gehören zum Standardprogramm. Wünschenswert wäre es natürlich ständig frische Kräuter im Vorrat zu haben, realistisch wird man aber häufig auf getrocknete zurückgreifen müssen. Weil man eben nicht immer optimale Zutaten mit ausgeprägtem Eigengeschmack zur Verfügung hat, benutze ich außerdem im Bioladen erhältliche Instant - Gemüsebrühe und Flüssigwürze (Zutatenliste beachten!), die uns noch einige Male begegnen werden.

Senf ist vielseitig einsetzbar und problemlos verwendbar, sofern zuckerfrei. So etwas gibt es in jedem Bioladen.

Für Mayonnaise scheint Eigelb ein nahezu unverzichtbarer Bestandteil zu sein. Das in Bioläden erhältliche eifreie Produkt ist dementsprechend geschmacklich nicht voll überzeugend. Ich bevorrate es trotzdem, weil es für Laura zu einer schnellen Portion Pommes Frites einfach dazugehört.

Essig wird eine sehr positive Wirkung auf die Stoffwechselstörung nachgesagt. Manche Diät - Empfehlungen gehen gar so weit, Gewürzgurken (mit Zucker!) und Heinz - Ketchup (ebenfalls mit geringem Zuckergehalt) wegen ihres ausgleichenden Essiggehalts als erlaubt einzuordnen. Ich habe auch den Eindruck, dass Essig positive Auswirkungen hat. Gezuckerte Gurken und Heinz - Ketchup kann man aber dennoch vermeiden, weil es in Bioläden zuckerfreie (und süßstofffreie) Alternativprodukte gibt, die auch noch besser schmecken. Auf der sicheren Seite ist man mit verdünnter Essig - Essenz, wir haben aber auch mit Weißweinessig, Balsamico - Essig und Himbeeressig keine Probleme.

Bei den Ölen und Fetten ist zu unterscheiden, ob sie erhitzt werden sollen, oder nicht. Üblicherweise bestehen Bedenken gegen zum Braten verwendete Öle und ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Zu meiner großen Freude können wir aber problemlos zum Braten Olivenöl benutzen. Diesen Punkt wird man individuell testen müssen. Ansonsten verzichte ich beim Braten gänzlich auf Öl, roh genossen lediglich auf Nussöle jeglicher Art. Für stark zu erhitzendes Bratgut und zum fritieren ist Kokosöl bestens geeignet. Man erhält es teilweise in Supermärkten in Blöcken a 250 Gramm, die wie eine Riesenschokolade in Riegel unterteilt sind. Bioläden führen auch Kokosöl (Palmöl) anderer Hersteller. Für weniger stark zu erhitzendes Bratgut kommt Butter zum Einsatz, in den meisten Fällen aber das Olivenöl.

Carob - Pulver ist ein Produkt aus der Rinde des Johannisbrotbaumes und dient als Kakao - Ersatz. Es sieht aus wie Kakao - Pulver, riecht und schmeckt aber deutlich anders. Richtig verarbeitet kommen jedoch erstaunlich schokoladenähnliche Ergebnisse zustande, deshalb gehört es fest zur Standardausstattung.

Mehl ist in jeder Form problemlos, außer als Instant - Mehl oder Maismehl. Ob Vollkorn oder nicht spielt nach meiner Erfahrung keine Rolle. Wer keinen Bioladen in der Nähe hat oder einfach sparen will, der wird nicht umhinkommen, sein Brot selbst zu backen. Dazu gibt es ein spezielles Kapitel. Einen abwechslungsreichen Vorrat an verschiedenen Mehlsorten, Hefe und Hirschhornsalz oder Weinstein - Backpulver sowie Sauerteig sollte man sich in diesem Fall ebenfalls zulegen.

Süßigkeiten sind wichtig! Das gilt sicher nicht aus medizinischer Sicht, sehr wohl aber um die Motivation aufrecht zu erhalten. Der Verzicht auf die oftmals zur Gewohnheit gewordenen Süßigkeiten ist der stärkste Einschnitt. Hier gleich zu Anfang ansprechende Alternativen zu bieten darf daher nicht vergessen werden. Bisweilen führt das zu der erstaunlichen Feststellung, dass die dafür in Frage kommenden Produkte besser schmecken! Die richtige Adresse sind hier einmal mehr die Bioläden aber auch Reformhäuser, und wie nicht anders zu erwarten, ist dieser Einkauf mit erhöhten Kosten verbunden. Was im Einzelnen geht und was nicht, muß man den Zutatenlisten entnehmen. Probleme entstehen in der Regel, weil die meisten Produkte Nüsse, Mandeln, Schokolade und Milchpulver enthalten. Auch Sesam, sehr beliebt bei Müsli - Riegeln, sollte nicht in größerer Menge verzehrt werden. Man wird jedoch in jedem Bioladen Kekse und Plätzchen verschiedener Art, Müsliriegel, Bananenchips, Kokosschnipsel, und geeignete Gummibärchen finden. Manche haben zu Lauras großer Freude einen Schokoladenersatz namens "Sojabella". Diese sieht exakt aus wie Schokolade, ist sehr preiswert und schmeckt fast wie Schokolade. Der Geschmack trifft nicht bei allen Familienmitgliedern auf Beifall, aber das süße Kapitel dieses Buches wird zeigen, dass es auch noch besser geht.

Wer jetzt mit den Erkenntnissen aus diesem Kapitel zum ersten Einkauf losziehen möchte, dem sei der nachfolgende Einkaufszettel empfohlen. Wenn dieser konsequent "abgearbeitet" wurde, sollte zumindest ein einfacher Grundstock für das Kochen nach den zukünftig zu beherzigenden Diät - Maßstäben vorhanden sein:


Supermarkt, sofern dort erhältlich:

  • Vollfetter, unbehandelter Yoghurt

  • Vollfette, unbehandelte Sahne

  • Sauerrahmbutter

  • Fruchtzucker ohne Zusätze (im Supermarkt Glücksache)

  • Einfacher Honig zum Süßen

  • Kerne (Sonneblumen, Pinien, Kürbis etc.)

  • Kokosfett (Palmfett) (nicht immer erhältlich)

  • Olivenöl (nach Möglichkeit kaltgepresst, erste Pressung)

  • Hefe und Mehl, falls Sie selbst Brot backen wollen

  • Geschälte, ungesalzene Tomaten in Dosen


Bioladen:
  • Unbehandeltes Meersalz ohne Zusätze

  • Instant - Gemüsesuppe

  • flüssiges Würzmittel (Zutatenliste beachten!) Sojasauce (ohne Alkohol)

  • Kräutersalz (zum Beispiel "Rapunzel")

  • Weinstein - Backpulver oder Hirschhornsalz

  • Vanille - Pulver (pulverisiertes Vanillemark)

  • zuckerfreie Fruchtaufstriche ("Marmeladen")

  • laut Zutatenliste passende Süßigkeiten

  • Chips, Salzstangen und Ähnliches zum Knabbern

  • Aufschnitt und Würstchen, falls der Markt gut sortiert ist

  • Carob - Pulver

  • Carob - Brotaufstrich (Zutatenliste beachten!)

  • Ahorn - Sirup und Agaven - Dicksaft zum Süßen

  • Nudelsaucen und ähnliches als Konserve für die "schnelle Küche"


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